Für das Gros der Deutschen spielt gutes Essen und Trinken im Leben eine wichtige Rolle. Doch bei allen kulinarischen Genussbeschwörungen und der aktuellen Hochkonjunktur von Kochbüchern und -sendungen greift nur noch jeder Zweite selbst zu Topf und Pfanne. Unter der Woche haben viele meist gar keine Lust, richtig zu kochen, und Convenience-Produkte erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Denn Kochen unterliegt ambivalenten Gefühlen: Einerseits ist das Kredenzen von Leckerbissen trotz moderner technischer Erleichterungen immer noch zeitaufwändig - auf der anderen Seite gilt es als kreatives und phantasievolles Hobby, das sich perfekt in den Wellness-Trend unserer Zeit einfügt.
Vor diesem Hintergrund drängt sich die Frage auf, worauf die anhaltende Popularität von Kochformaten überhaupt zurückzuführen ist, wenn man davon ausgehen kann, dass die meisten Zuschauer das Gezeigte gar nicht erst nachkochen? Das Spektrum "Essen und Kochen" ist eng mit Zusammengehörigkeits- und Geborgenheitsgefühlen verknüpft. Kochformate sind in der Lage, beim Zuschauer - trotz der fehlenden Zusatzreize Geruch, Geschmack und Haptik - diese Gefühle zu wecken. Im Vordergrund steht aber meist nicht die Kochkunst selbst, sondern der hohe Entertainment-Faktor, welchen vor allem die unkonventionell agierenden Starköche der privaten Sender in unterschiedlicher Art und Weise vorleben.
Die vorliegende Studie bietet interessante Erkenntnisse über einige ausgewählte Kochsendungen der privaten und öffentlich-rechtlichen Sender hinsichtlich ihrer Zielgruppenstruktur sowie eine mögliche Erklärung, warum Kochformate auf Erfolgskurs sind.
| Geschmacks-Empfinden.pdf | 18 Seiten | ET: April 2006 | 941 KB |