In Zeiten, in der die Agenda der Medien mit Meldungen über Terrordrohungen, hoher Arbeitslosigkeit und stagnierendem Wirtschaftswachstum besetzt ist, ziehen wir uns immer mehr in die eigenen vier Wände zurück, zelebrieren Cocooning aus Unsicherheit. Gleichzeitig wollen wir dem tristen Alltag entfliehen können, von besseren Zeiten träumen dürfen. Mentale Fluchten in andersartige Welten sind nicht neu. Im Zeitalter der fortschreitenden Globalisierung und dem Zusammenrücken zu einem "globalen Dorf" (Marshall McLuhan) schrumpfen geographische Hindernisse immer weiter. Und es ist allem voran das Fernsehen, welches uns die unterschiedlichsten Kulturen nahe bringt, sie uns vertraut macht. Doch welches Genre könnte das Bedürfnis der Zuschauer nach einer "heilen Welt" am ehesten befriedigen?
Mit Bollywood setzte RTL II als erster privater Sender auf ein neues Genre und konnte mit der Premiere von "In guten wie in schweren Tagen" am 19.11.2004 mit einem herausragenden Marktanteil von 12,3 Prozent in der werberelevanten Zielgruppe der Erwachsenen 14-49 Jahre einen großen Erfolg verbuchen. Seither sind die indischen Blockbuster aus der Film-Metropole Bombay ein fester Bestandteil im Portfolio des Senders. Wie lässt sich die positive Wirkung der so genannten "Masala-Movies" erklären, scheinen sie doch auf den ersten Blick für die Deutschen wegen ihrer epischen Länge von bis zu vier Stunden und den zahlreichen Gesangs- und Tanzeinlagen ungewohnt zu sein?
Lesen Sie in der vorliegenden Studie, mit welchen Mitteln Bollywood in die Welt auszog, um zum Kultobjekt zu werden und welche Rolle Indien in der deutschen Konsumlandschaft einnimmt.
| Bollywood - Deutsche im Indienfieber.pdf | 14 Seiten | ET: November 2004 | 177 KB |