„Geht nicht gibt´s nicht!”: Der Unternehmer Robert Geiss

„Die Geissens“ sind seit 2011 die schrecklich glamouröse Familie bei RTL II. Was dort wie nicht enden wollender Urlaub aussieht, ist hart erarbeitet.

Los ging es 1986 mit der Fitness-Modemarke Uncle Sam. Es folgten Immobilien, das Mode-Label Roberto Geissini, ein Luxushotel in Saint Tropez und die Produktionsfirma Geiss TV. Im Interview beschreibt Selfmade-Millionär Robert Geiss, was ihn antreibt, wie TV beim Markenaufbau hilft und was es braucht, um als Unternehmer erfolgreich zu sein. 


Was reizt den Macher Robert Geiss noch? Was kommt als nächstes? 

Die nächste Generation! Unsere Kinder kommen jetzt in ein Alter, in dem sie anfangen, Interesse an unseren Geschäften zu zeigen – an dem Familien-Label zum Beispiel, und an Mode generell. Wir werden Roberto Geissini gemeinsam ausbauen, da möchten sich unsere Töchter einbringen.
Carmen wird unser Hotel Maison Prestige über die Wintermonate umgestalten – mit einem Konzept zum Thema Detox. Wenn das gut anläuft, spricht nichts dagegen, das auf ein größeres oder weitere Hotels auszuweiten. 


Und wie geht es im Fernsehen weiter?

Aktuell strahlt RTL II die 15. Staffel aus. Staffel 16 ist bereits produziert. Unsere Gameshow „Spiel die Geissens untern Tisch“ geht weiter, außerdem wird es auch etwas ganz Neues mit den Geissens geben, Stichwort „Grillen“. Unsere Produktionsfirma Geiss TV läuft mit, und wenn es neue Projekte in dem Sektor gibt, bauen wir auch dieses Geschäft aus.

1. Quartal 2019 | montags 20:15 Uhr

Spiel die Geissens untern Tisch | Game-Show | Mit Carmen & Robert Geiss | Staffel 2 | 3 Episoden | Produktion Red Seven Entertainment

Was braucht es, um erfolgreicher Unternehmer zu sein? 

Unverzichtbar ist der eiserne Wille: Ein Nein wird nicht akzeptiert, geht nicht gibt's nicht. Alles ist machbar, und wenn es anstrengend und kompliziert wird, muss man eben den Hintern zusammenkneifen. Das gebe ich auch meinen Kindern mit. Auch an der digitalen Welt sieht man: Ob Blogger, YouTuber, Instagramer – es gibt immer Ideen, mit denen man viel Geld verdienen und erfolgreich Business machen kann. 

Social-Media-Stars sind Marken, wie auch die Geissens seit vielen Jahren. Marken müssen gepflegt werden, sich treu bleiben, aber auch flexibel genug sein, sich anzupassen und zu entwickeln. Wie macht ihr das? 

Wir haben unser ganzes Leben lang die Nase in den Wind gehalten, um Trends aufzuspüren. Durch unsere Reisen in alle Welt bekommen wir natürlich viel mit. Auch die Kinder geben uns Impulse. Mit 14 und 15 Jahren kommen Geschmäcker und Interessen auf, die wir dann aufnehmen – speziell bei den Textilien. Da sehe ich in den kommenden Jahren für die Familie das meiste Potenzial.


Gibt es Themen, wo ihr euch externe Expertise holt und beraten lasst?

Wir haben schon immer auf „Learning by doing“ gesetzt. Wir machen unser eigenes Management, verwalten alles selber und haben in jedem Geschäftsbereich das letzte Wort, sei es in der TV-Produktion, bei den Hotels und Immobilien oder den Textilien. Und so halten wir es auch in Zukunft. 

Welchen Stellenwert hat TV in eurem Portfolio?

Natürlich geht bei den Dreharbeiten eine Menge Zeit drauf. Aber unser Haupt-Business bleibt es, Werte für die Zukunft zu schaffen. Wir machen Fernsehen, solange uns die Leute sehen wollen. Wenn es vorbei ist, dann ist es vorbei. Dann müssen da andere Pfeiler stehen, damit man Einnahmequellen hat. Und ich will mich auch mit 65 nicht auf die faule Haut legen, da verblödet man nur. 


Fernsehen hilft beim Markenaufbau. Anders gefragt: Würde es Roberto Geissini geben, wenn ihr nicht im TV präsent wärt? 

Ich habe die Marke Roberto Geissini 1996 gegründet, nachdem ich Uncle Sam verkauft hatte – in weiser Voraussicht, dass ich irgendwann nochmal was mit Textilien mache. Damals war ich ja erst 30. Das habe ich aber dann immer wieder verschoben.

Durch die Doku-Soap wurde das Thema wieder aktuell. Wir wurden so oft auf Fanartikel angesprochen, ob man nicht die Geissens auf T-Shirts und Tassen drucken kann. Ich fand das damals wie heute unsinnig. Deshalb habe ich die Marke Roberto Geissini wiederaufleben lassen. Natürlich mit dem Hintergrund, dass wir eine gewisse Power im Medienmarkt haben und man mit TV, Facebook und Instagram eine Marke viel schneller nach oben bringen kann, als wenn man ein Nobody ist. 


Hast du Vorbilder? Welche Unternehmer bewunderst du? 

Es gibt einige, die ich bewundere. Steve Jobs gehört dazu, der eine Firma, die fast pleite war, zu einem der größten Unternehmen der Welt gemacht hat. Richard Branson ist auch einer, der mit sämtlichen Sachen, die er anpackt, erfolgreich ist. Und natürlich bewundere ich als Designer Karl Lagerfeld. Der ist bis ins hohe Alter aktiv und up to date, kreiert Stils und ist eine Ikone. Das finde ich erstrebenswert: auch im Alter noch was auf die Reihe zu bekommen.


Ein bekanntes Zitat von Henry Ford lautet: „Die Hälfte dessen, was man für Werbung ausgibt, ist rausgeschmissenes Geld. Man weiß nur leider nicht, welche Hälfte.“ Korrekt? 

Das ist sicherlich mehr als die Hälfte, vielleicht sogar 70 oder 80 Prozent, die man rausschmeißt mit Werbung, die die Zielgruppe nicht erreicht. Aber am Ende ist es eine simple Rechnung: Wer mehr einnimmt, als er ausgibt, ist im Geschäft erfolgreich. 


Welche Ratschläge hat der Selfmade-Man an junge Unternehmensgründer? 

Immer ehrgeizig sein, nie aufgeben, und die richtigen Partner und Mitarbeiter aussuchen. Und natürlich gehört die perfekte Idee dazu, sowie eine Plattform, um sie bekannt zu machen. Wenn ich mir zum Beispiel „Die Höhle der Löwen“ angucke: Da gibt es Dinge, von denen man spontan begeistert ist, die aber der ersten Analyse schon nicht mehr standhalten: Andere haben wirklich nur die fünf bis zehn Minuten Fernsehen gebraucht, um mit ihrem Produkt durchzustarten.

In jedem Fall gehören Beharrlichkeit und Realismus immer dazu. Wer mit 20.000 Euro Erspartem auswandert, die Sprache nicht spricht und nur eine grobe Vorstellung hat, wird unvermeidlich scheitern.


Ist das Privatleben ein Erfolgsfaktor?  

Ja, das ist ganz wichtig. Man muss seine Idee auch dem Partner oder der Familie richtig vermitteln, damit der Rückhalt da ist. Sonst passiert es, dass Ehen kaputtgehen, weil der Mann oder die Frau zu viel arbeiten oder ständig Stress haben. 

Wer eine Sache anfängt, muss sie bis zum letzten Schritt durchziehen. Deshalb waren wir erfolgreich mit allem, was wir angepackt haben. Obwohl Textilien, Immobilien oder Fernsehen nichts miteinander zu tun haben. Es geht um die Einstellung. 


Das lineare Fernsehen wird gerne totgesagt. Wie siehst du die Zukunft des Mediums?    

Fernsehen wird nicht verschwinden, es wird sich anpassen und verändern. Die Sehgewohnheiten ändern sich, ich sehe es bei meinen Töchtern. Das meiste wird gestreamt. Die Sender werden neue Wege gehen und sich darauf einstellen. Man hat ja auch schon vor Jahren gesagt, es wird keine Zeitungen und Zeitschriften mehr geben, und es gibt sie weiter. Wir werden auch in 20 Jahren noch fernsehen. Und wenn ich „Die Geissens“ um 20:15 nicht schauen will oder kann, dann tue ich es eben um 21:00 oder am nächsten Tag.


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ab 15. Oktober 2018 | montags 20:15 Uhr

Die Geissens | Staffel 15 | Geiss TV